Träume sind hartnäckig, man hält ich noch an ihnen fest, wenn sie längst zu Staub zerfallen sind.

Zitate aus meiner vergötterten Serie Greys Anatomy

Sie ist ein menschlicher Verkehrsunfall. Und alle fahren langsam an ihr vorbei, um sich das Frack anzusehen.

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Nähe. Das sind zwei kurze Silben für: "Hier hast du mein Herz und meine Seele. Bitte mach sie zu Hackfleisch. Viel Spaß dabei."

Nähe ist genauso ersehnt wie gefürchtet. Es ist schwer, mit ihr zu leben, und unmöglich, ohne sie auszukommen.

Ich wünschte, es gäbe ein Regelwerk von Nähe. Eine Anleitung, die einem sagt, wann man die Grenze überschritten hat. Es wäre schön, wenn man das kommen sehen könnte. Aber ich wüsste auch nicht, wie man das anstellen soll.

Man sollte die Nähe annehmen, wenn sie sich bietet und sie festhalten, solange es geht. Und was die Regeln angeht ... vielleicht gibt es gar keine. Vielleicht muss man die Regeln selbst definieren.

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Ich weiß nicht, warum wir Sachen auf die lange Bank schieben, aber wenn ich raten soll, dann hat es wohl viel mit Angst zu tun. Der Angst vor dem Versagen, vor Schmerzen, der Angst davor zurückgewiesen zu werden. Manchmal ist es nur die Angst davor, eine Entscheidung zu treffen. Denn was ist, wenn man falsch liegt? Und einen Fehler macht, den man nicht zurücknehmen kann?

Egal wovor wir Angst haben, eines ist mit Sicherheit wahr: Wenn das Abwarten schließlich mehr weh tut als die Angst davor eine Sache anzupacken, müssen wir handeln.

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Vielleicht mögen wir ja den Schmerz. Vielleicht sind wir Menschen von Natur aus so. Denn ohne Schmerz – ich weiß nicht ... würden wir uns vielleicht nicht wirklich spüren.

Wie sagt man noch? "Warum haue ich mir ständig mir 'nem Hammer auf den Kopf? Weil es so schön ist, wenn der Schmerz nachlässt."

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Eines ist sicher: Ganz egal, was wir zu verbergen versuchen, wir sind nie auf diesen Augenblick vorbereitet, wenn die Wahrheit entblößt wird.
Das ist das Problem mit Geheimnissen. Ähnlich wie Unglücke kommt eines selten allein. Sie stapeln sich höher und immer höher, bis sie alles überragen. Bis man keinen Platz für irgendetwas anderes mehr findet. Bis man so voller Geheimnisse steckt, dass man denkt, man explodiert gleich.

Die meisten Leute vergessen, was für ein gutes Gefühl es sein kann, wenn man Geheimnisse endlich lüftet. Es mögen schöne oder auch schlimme sein, zumindest sind sie nicht mehr verborgen. Ob es einem nun gefällt oder nicht. Wenn die Geheimnisse ans Licht gekommen sind, braucht man sich nicht mehr hinter ihnen zu verstecken.
Das Problem mit Geheimnissen ist: Selbst wenn man denkt, man hätte alles im Griff, täuscht man sich.

 

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Ich habe eine Tante, die, wenn sie einem etwas einschenkte, immer das gleiche sagte: "Sag stopp."
Meine Tante sagte also immer: "Sag stopp." Aber natürlich haben wir das nie getan. Wir sagen nicht "Stopp", weil die Möglichkeit, dass es noch mehr geben könnte, etwas verlockendes hat. Mehr Tequila. Mehr Liebe. Mehr egal was. Mehr ist besser.

Es ist schon was dran an dem Spruch mit dem halbvollen Glas. Dass man wissen muss, wann man besser aufhört. Ich glaube, die Grenze ist fließend. Sie zeigt an, was man braucht, und was man noch haben möchte. Die Grenze liegt bei jedem Menschen wo anders, und sie hängt davon ab, was eingegossen wird. Manchmal möchten wir nur ein bisschen probieren. Und es gibt andere Gelegenheiten, da ist uns nichts genug. Das Glas ist bodenlos. Wir wollen nur eins: Mehr.

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Egal, wie sehr man sich dagegen wehrt, jeder Mensch fällt irgendwann einmal. Und das ist eine schreckliche Erfahrung. Aber wenn es etwas Gutes am Fallen gibt, dann ist es die Chance, die man seinen Freunden gibt, einen aufzufangen.

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Der Schlüssel zum Überleben ist die Verleugnung. Wir leugnen, dass wir müde sind, wir leugnen, dass wir Angst haben, wir leugnen wie wichtig uns Erfolg ist. Und – und das ist am wichtigsten – wir leugnen, dass wir das alles verleugnen.

Wir sehen nur das, was wir sehen wollen, und wir glauben, was wir glauben wollen. Und das funktioniert. Wir lügen uns so lange etwas vor, bis uns nach einer Weile die Lügen wie die Wahrheit vorkommen. Wir leugnen alles so lange, bis wir die Wahrheit nicht mehr erkennen.
Auch wenn sie sich direkt vor unserer Nase befindet.

Manchmal hat die Wirklichkeit so eine Art, sich von hinten anzuschleichen und einen in den Hintern zu beißen. Wenn der Damm bricht, kann man nur noch versuchen zu schwimmen.

Man kann sich nicht dadurch schützen, indem man sich ständig etwas vormacht. Man kann sich nur eine begrenzte Zeit lang etwas vorlügen.
Wir sind müde. Wir haben Angst. Das zu leugnen ändert nichts an der Wahrheit. Früher oder später müssen wir alle mal mit dem Verleugnen aufhören, den Tatsachen ins Auge sehen und uns ins Getümmel stürzen.

Verleugnung – wenn man erstmal damit anfängt, kann man nicht mehr aufhören, und es ist wie eine Sucht. Aber wie kommt man von so einer Sucht wieder los?

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Schmerz kommt in vielen Formen vor. Das leichte Zwicken, ein bisschen Brennen, der zufällige Schmerz. Das sind die normalen Schmerzen, mit denen wir jeden Tag leben.

Aber es gibt auch den anderen, den man nicht ignorieren kann. Ein so heftiger Schmerz, der alles andere verdrängt. Der die ganze Welt verblassen lässt, sodass wir an nichts anderes mehr denken können außer daran, wie weh es tut.

Wie wir mit unserem Schmerz umgehen, liegt an uns. Schmerz – wir betäuben ihn, wir halten ihn aus, umarmen ihn oder ignorieren ihn. Und für manche von uns ist der beste Weg mit ihm umzugehen, sich einfach durchzubeißen.

Schmerz – man muss ihn einfach aushalten und hoffen, dass er von allein wieder weggeht. Hoffen, dass die Wunde, die er ausgelöst hat, verheilt. Es gibt keine wirklichen Lösungen. Und auch keine leichten Antworten. Am besten atmet man tief ein und aus und hofft, dass der Schmerz nachlässt.

Meistens kann man den Schmerz kontrollieren. Aber manchmal erwischt er einen da, wo man es nicht erwartet hat. Er trifft einen unter der Gürtellinie und hört nicht mehr auf wehzutun.
Schmerz – man muss sich ihm einfach stellen. Denn die Wahrheit ist, dass man ihm nicht entkommen kann. Das Leben bringt ständig neuen Schmerz.

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Wer auch immer den Spruch geprägt hat, "Was man nicht weiß, kann einem nicht wehtun", war ein kompletter Vollidiot. Denn für die meisten Menschen die ich kenne, ist es das schlimmste Gefühl der Welt, etwas nicht zu wissen.

Für uns als Menschen ist es manchmal besser, im Dunkeln zu tappen. Denn im Dunkeln hat man vielleicht Angst, aber dort herrscht auch Hoffnung.

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Kommunikation. Das ist das Erste, was man im Leben wirklich lernt. Komisch ist nur, wenn man älter wird und anfängt ernsthaft miteinander zu reden, dann wird es richtig schwer zu wissen, was man sagen soll. Oder um etwas zu bitten, was man wirklich braucht.

Wenn man ehrlich sein will, gibt es natürlich Sachen, bei denen man nicht anders kann als über sie zu reden. Manches möchten wir einfach nicht hören. Anderes sagen wir, weil wir nicht mehr länger still sein können.

Manche Dinge sind mehr als das, was man sagt. Sie sind das, was man tut. Manchmal spricht man etwas aus, weil man keine Wahl hat. Manches behält man für sich. Und nicht allzu oft, aber ab und zu, gibt es Dinge, die für sich sprechen.

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Woher weiß man, wann irgendetwas zuviel ist? Wenn es zu früh kommt? Wenn man es gar nicht wissen wollte? Wenn es zuviel Spaß macht? Wenn man zu sehr liebt? Wenn man zuviel verlangt?
Und wo ist der Punkt, an dem man's nicht mehr aushalten kann?

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Lügen ist falsch. Das sagt man und jedenfalls. Andauernd, von der Geburt an. "Lügen haben kurze Beine. Die Wahrheit ist immer das Beste. Ehrlich währt am längsten." Und so weiter...
Tatsache ist: Lügen ist eine Notwendigkeit. Wir belügen uns sogar selbst, weil die Wahrheit ... weil die Wahrheit weh tut, verdammt nochmal!

Wie sehr wir auch versuchen etwas zu ignorieren oder es zu leugnen, irgendwann brechen die Lügen zusammen. Ob uns das nun gefällt oder nicht.
Aber hier ist die Wahrheit über die Wahrheit: Sie tut weh. Also ... lügen wir.

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Rein äußerlich betrachtet kann man nämlich völlig in Ordnung erscheinen, während uns sein Inneres eine ganz andere Geschichte erzählt.

Nicht alle Wunden sind oberflächlich. Die meisten Wunden gehen tiefer, als wir es uns vorstellen können. Das kann man mit dem bloßen Auge nicht sehen.

Und dann gibt es Wunden, die uns überraschend zugefügt werden. Die beste Art eine Wunde oder Krankheit zu behandeln, ist in die Tiefe zu gehen und den wahren Grund für die Verletzung zu finden. Und wenn man ihn gefunden hat, muss man versuchen ihn mit aller Kraft zu beseitigen.

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Am Ende ist es doch so: Wir wollen im Grund nichts anderes, als einem anderen Menschen näher zu sein. Das ganze restliche Theater, wenn wir versuchen Distanz zu wahren, demonstieren, dass uns die anderen egal sind, ist meistens reiner Blödsinn.

Also suchen wir uns die Menschen aus, denen wir nahe sein wollen. Und wenn wir diese Menschen einmal gewählt haben - bleiben wir meistens in ihrer Nähe. Egal, wie sehr wir ihnen auch weh tun. Die Menschen, die am Ende eines Tages noch bei einem sind, das sind diejenigen, die es wert sind, dass man bei ihnen bleibt. Natürlich kann man sich auch zu nah kommen - andererseits ist es manchmal genau das, was man braucht: sich jemandem ganz nah zu fühlen.

 

 




















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